Vernetzung: Wenn der Kühlschrank fühlt…

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Also nicht, dass mich so etwas empören würde: Maschinen werden re-projektiert, optimiert, kapazitäts-gesteigert, Performance-getunt, usw.. Wie dem auch sei. Aber der geliebte Kühlschrank, mit seiner schnuckeligen Innenbeleuchtung, den tollen geriffelten Glasböden und einen Griff an der Tür – dieses vertraute Etwas, das fünfte Familien-Mitglied – soll plötzlich fühlen können?? ABER NATÜRLICH! 

Zukünftig wird der Kühlschrank an das Internet, am Stromzähler, an die Klingel, das Telefon (Verzeihung: IP-Phone) und an die Fensterscheiben angeschlossen sein. Dadurch hat der Kühlschrank die Möglichkeit, alle notwendigen Informationen über die Familien-Mitglieder zu sammeln. Die Klingel sagt ihm, wie kontaktfreudig sie sind, der Stromzähler, wie oft Sie Nachts das Licht anmachen (oder auf’s Klo gehen, ist in Verbindung mit dem Wasserzähler zu messen), wie lange telefoniert wird und wie sie atmen – ist durch den Beschlag an der Fensterscheibe zu messen.

Mit dem Aufstellen des neuen intelligenten Kühlschranks muß natürlich ein kleines Setup ausgeführt werden: Wie viele ständige Mitbewohner gibt es? Geburtsdatum und Name eingeben. Durchschnittliches Gewicht im letzten Jahr. Und so weiter…. Aber es wird auch eine elektronische „Wäscheklammer“ mitgeliefert. Diese wird über ein USB-Kabel am Kühlschrank angeschlossen. Der Käufer des Kühlschranks hat damit folgendes auszuführen: Von jeden Familienmitglied wird ein Haar in die Klammer gezwackt und in den vorderen Teil der Klammer gehaucht. Damit macht die Klammer den üblichen DNS-Abgleich – wie er auch bei der Vaterschaftsklage üblich ist – und erstellt ein Profil über jedes Familienmitglied und speichert es auf dem Datenträger im Kühlschrank. Nach ca. 2 Wochen hat der Kühlschrank dann ein optimiertes Ernährungs- Profil zu jeden Familienmitglied erstellt. Übrigens: Die Haar-Probe dient als Abgleich am Türöffner des Kühlschranks, damit der Kühlschrank auch weiß, wer den Kühlschrank öffnet…

Ein Beispiel: Hans (der Vater) hat eine beschleunigte Atmung, darüber mehr Beschlag an der Fensterscheibe und steht Nachts häufig auf. Der Beschlag-Sensor an der Scheibe vermittelt die Atemwerte an den Kühlschrank und der Stromzähler, die nächtliche Einschaltquote des Zimmer- Lichts. Damit erstellt er (der Kühlschrank) einen individuellen Ernährungsplan für Hans: Obst, Schokolade und Gemüse. Damit bekommt Hans die Möglichkeit, durch den Essensvorschlag des Kühlschranks seine körperliche Verfassung (die Atmung, Obst und Gemüse) und seine seelische Gefühlslage (Schlafstörung, Schokolade) zu optimieren. Der Kühlschrank fühlt sich so in das Familienmitglied ein. Praktisch! Nicht?

Ich frage mich immer noch: Wie kann man prüfen, ob die Kühlschrank-Beleuchtung aus ist, wenn die Kühlschranktür geschlossen ist?

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