NSA: Warum nicht Linux?

In Zeiten der Totalen Überwachung durch die NSA [1 | 2] wundert es, dass es keine Anwender- Wanderungen von gängigen Betriebssystemen – wie Windows – und Programmen – wie MS Office – zu etablierten Alternativen gibt. Wahrscheinlich herrscht immer noch der Glaube vor, dass die großen IT-Unternehmen – eben z.B. Microsoft – auch nur „Betroffene“ sind.  Dem kleinen Pförtner in Redmond (dem Stammsitz von Microsoft) nehme ich das ab – dem ehemals reichsten Mann der Erde und Besitzer von Microsoft nicht so ganz. Wer Präsidenten zum Golfspielen lädt, weiß sicherlich mehr als andere Menschen, was amerikanische Gheimdienste an amerikanischen Produkten manipulieren. Und Linux?

Machen wir uns nicht’s vor: die Welt ist nicht perfekt – aber Linux nah dran. Jetzt höre ich schon einige Leser lachen. Wer versucht hat – stundenlang – zwei Monitore unter Linux zum Leuchten zu bringen, versteht da keinen Spass mehr. Auch die Qualen der Scanner und Druckerverwaltung unter Linux treiben einen Anwender die Gänsehaut auf den Unterarm – dennoch: Linux ist in der heutigen Zeit das best-machbare-Ergebnis. Why?

Stell Dir ein Haus vor, in dem jeder – ohne Auftrag und selbstständig – die Glühbirne tauscht, wenn sie defekt, den Garten wässert, wenn er trocken ist und den Flur streicht, wenn er zu depressiv wirkt. Ähnlich ist es mit Linux. Eine weltweite Entwicklergemeinde beschäftigt sich quasi Rund-um-die-Uhr mit Linux, optimiert Code, erweitert Funktionen, macht es schöner. Was ist aber dadurch noch gegeben? Kontrolle über den Code! Offenheit ist Kontrolle! Keiner kann eine Hintertür in Linux einbauen, ohne das dieses „komische Ding“ nicht jemanden auffallen und Nachfragen in der Linux Community provozieren würde! Die Kontrolle funktioniert.

Das haben die Gheimdienste auch schon gemerkt. Also? Nun geben diese Gheimen Geld aus, um in den Standardisierungsgremien entsprechende Vorgaben zu pushen, die für ihre Dienste vorteilhafter sind. Wenn schon verschlüsseln, dann aber mit einem Standard der nicht gleich zur Ent-schlüsselung ein neues Rechenzentrum braucht. Für diese Vorgehensweise hat die NSA – nach verschiedenen Zeitungsquellen – mehrere Hundertmillionen Dollar die letzten Jahre bewegt.

Linux existiert nicht in einen Luftleeren Raum und nutzt natürlich diese Standards. Da es aber immer auch mehrere technische Umsetzungen geben kann, finde ich die Diskussionen in der Linux Community um den optimalen Weg – hier also: den sichersten Weg – immer auch sehr vertrauenerweckend.

Ein weiterer Vorteil eines sicheren Betriebssystem wie Linux ist auch die Organisation in der es geschaffen wird. Am Anfang herrscht Verwirrung: Wer ist Hr.Linux? Wo ist Linux? Ja, Linux ist ein Netzwerk von Entwickler, hat keinen Firmensitz und Dienstwagen und ist das, was wir daraus machen. Microsoft ist Redmond. Eine Email an die Belegschaft und alle denken gleich – natürlich stark verkürzt. Eine Email an die Linux Community? Und Du hast erst einmal eine Diskussion, warum es überhaupt(!) Emails geben muss – natürlich im Technischen und im Kulturellen Sinne. Das Linux Entwickler Netzwerk ist schwer steuerbar.

Wer jetzt dachte, er bekommt hier eine technische Gegenüberstellung Windows – Linux, hat sich offensichtlich geirrt. Das könnte ich, aber die Welt ist viel spannender. Laßt uns die großen Zusammenhänge erkunden, die Fundamente dieser zwei Welten und entscheide dann! Linux ist genauso perfekt wie Windows.

Also zwei klare Gründe, warum wir uns für Linux entscheiden können: Der Offene Code und die Organisation. Wer sagt mehr?

Have fun …

[1] Artikelserie auf golem.de

[2] Artikelserie auf heise.de

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