Ein Einstieg: ipv6 und Linux

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Die Technik Kollegen, die nächste Woche in den Ruhestand gehen, müssen sich über ipv6 keine Gedanken mehr machen. Kollegen aber – wie auch ich – die noch 20 Jahre bis zur Rente haben, werden wohl noch die Einführung von ipv6 in Unternehmen erleben. Wenigstens die Anfänge. Und da hat wohl jeder Kollege seine eigenen Methoden, sich diesem Thema anzunehmen: Einige mögen es theoretisch und kaufen drei Bücher, die sie dann – mit mehr oder weniger Begeisterung – versuchen, im Urlaub zu lesen. Manche machen den Überflieger und hoffen, dass alles Relevante im ipv6 Wikipedia Artikel steht. Und letztlich gibt es noch die Praktiker, welche mit dem Aufbau einer ipv6 Umgebung im heimischen Wohnzimmer und viel Kaffee eine ipv6 Annäherung erhoffen. Zu dieser Gruppe zähle ich … 

Also wie einsteigen? Eigentlich wollte ich einfach erstmal Webseiten anschauen, die auf einen ipv6- angebundenen Webserver laufen. Dazu gibt es gute add-on für chrome und Firefox, die optisch signalisieren, wenn eine ipv6 Webseite aufgerufen wird. Und prompt stellte ich fest, dass bei meiner Ubuntu 14.04 LTS (Standard-) Installation ipv6 Internet gar nicht geht! Google vermittelte mir einen Artikel, aus dem ich herauslesen konnte, dass mit einer Installation von gogoc die Anbindung meines PC an die große ipv6 Welt – die noch gar nicht so groß ist – vollendet wäre. Nachdem das Paket gogoc mit sudo apt-get install gogoc installiert war, zeigt mir ein ifconfig auf der console, dass mein Rechner ein zusätzliches Netzwerk- device mit Namen ‚tun‘ besitzt und ich konnte nun Webseiten auf ipv6 Basis anschauen.

Das ist auch von gogoc so vorgesehen und es muss auch nichts nachträglich konfiguriert werden. Wenn man dann ifconfig mehrmals hintereinander aufruft, stellt Admina fest, dass sich die ipv6 Adresse immer wieder ändert. Das gogoc device (tun) ist nicht anderes als ein client für den Tunnelbroker freenet6.net von dem es eine ipv6- Adresse erhält, die automatisch alle 30 Sekunden aktualisiert wird. Die Konfiguration kann in /etc/gogoc/gogoc.conf nachgelesen werden.

Was ist aber daran interessant? Nun, ein Techniker oder poweruser, welcher einen Einstieg in die ipv6 Thematik sucht, kann daran folgende Themen mit Hilfe von google studieren:

  • Der Aufbau einer ipv6 Adresse
  • Was sind ipv6 Tunnelbroker?
  • Dienste für ipv6 einrichten

Die gogoc Adressen beginnen mit 2001:, die lokale link Adresse (localhost) sieht anders aus, es gibt mehrere ipv6 broker …, naja, und so weiter.

Sollte Admina eine Kreditkarte haben, kann mit einer einmaligen Zahlung von 5 Euro eine statische(!) ipv6 Adresse über gogo6.com bezogen werden. Die Anmeldedaten für den ipv6 Tunnel – AnmeldeNamen ist dann ServerName! – kommen per Email und erfordern die Änderung der Anmeldedaten in /etc/gogoc/gogoc.conf. Dienst mit service gogoc stop|start neu aktivieren. Wenn Admina hinterher ifconfig aufruft, kann beobachtet werden, dass sich die ipv6 Adresse nicht mehr ändert – wir haben dann eine statische ipv6 Adresse, die mit dem registrierten Namen aufgerufen wird. Damit kann z.B. ein heimischer Webserver ohne(!) dyndns im (ipv6-) Internet präsent sein. Darauf folgen dann weitere Themen:

  • Die Anpassung einer Firewall für ipv6
  • Die Anpassung von Serverdienste für ipv6

Um es gleich zu sagen: Die Anpassung der Serverdienste bei Nutzung der gängigen Linux Serverdienste (postfix, dovecot, apache2, ssh) ist in 10 Minuten mit ein wenig google Recherche erledigt. Diese Dienste sind hervorragend für ipv6 vorbereitet!

Außerdem gibt es noch einige nützliche Seiten um ipv6 Installationen zu testen:

Allein schon, die stundenlange Beschäftigung mit der Einrichtung von gogoc, die Recherchen im Internet zu ipv6 tunnelbroker und verschiedene ipv6-ipv4 Kombinationen bringen einen das Thema fließend näher! Aber wie gesagt: Wenn Du nächste Woche in den Ruhestand gehst, interessiert Dich ipv6 wahrscheinlich nicht mehr wirklich.

Have fun.

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