Linux am Ende, Torvalds gibt auf, Microsoft zahlt Prämien für Wechsel zu Windows

So oder so ähnlich könnten die Endzeitzeilen in der Presse lauten, wenn wir uns den Marktanteil von Linux betrachten. Dazu gibt uns diese Statistik die notwendigen Zahlen für einen Schuss Selbstmitleid. Bei allen Respekt, machen wir uns nichts vor: Linux wird die nächsten Jahre keine Rolle auf dem Desktop spielen! Und? Entspannen wir uns. Im Prinzip muss uns das nicht jucken, weil es uns nie gejuckt hat, ob Linux mal führendes Betriebssystem auf dem Desktop wird. MacOS, iOS und Android hat es nicht geschafft, dann schafft es Linux auch nicht. Und was ist daran neu?

Im Server- Bereich sieht es schon anders aus. Leider habe ich keine Zahlen aus diesen Bereich griffbereit, aber ich habe Artikel gelesen, in denen von einen durchschnittlichen Betrieb von Servern auf Linux- Basis im Bereich von 30% ausgegangen wurde. Daher kann gesagt werden: Linux hat sich im Serverraum etabliert. Auch aktuelle Cloud- Angebote zeigen, welchen Stellenwert Linux im Serverbereich hat – Kaum eine virtuelle Umgebung, die nicht damit wirbt, auch Linux von Ubuntu & Co anzubieten.

Käufliche Router, Kühlschränke, Steueranlagen für die Klimatechnik, Automobilsteuerung, Geldautomaten, Sprechanlagen – Linux umgibt uns. Leider nur nicht so, wie ein ordentlicher Linux- Fan das erwartet. Der Desktop gehört MS Windows. Und was ist daran neu? Eigentlich nichts. Aber es zeigt vielleicht, wo es harkt. Die Vernetzung ist Trumpf. Ohne vernetzte Produkte ist nichts mehr zu holen. Kühlschränke, die mit Wlan Modul über das Internet bei Aldi bestellen, Klimatechnik, die mit einer App auf dem smartphone gesteuert wird, Sprechanlagen, die mit Kameras und den 110ern vernetzt sind. Apple zeigt es: Mit Service – und eben nicht nur Hardware – läßt sich Geld verdienen. MP3’s auf alle Geräte von einen Datenparkplatz, Azure von Microsoft als das Cloud- Angebot für server-to-go. Und was bietet Linux auf dem Desktop oder als Service? Nichts. Garnichts.

Ein Linux Desktop ist nicht innovativ (er hat immer noch ein Startmenü), ist nicht vernetzt (ich kann nicht mit meinen Kühlschrank reden), noch nicht mal sicher (Admina schaue mal, wann manche Pakete die letzte Pflege erhalten haben) – ein Linux Desktop ist nicht sexy, kein Skandal, keine Konkurrenz! Und warum bevorzugen es 3,2% Anwender (Quelle siehe oben) in unseren Land? Natürlich könnte ich jetzt die übliche Aufzählung machen: keine Lizenzkosten, freie Lizenz, hilfreiche Community, kein Profitstreben, keine Viren und Trojaner, direkte Ansprache der Entwickler, Konferenzen, Grundsätze.

Und ja, diese Aufzählung ist es auch Wert, Linux zu benutzen, Linux zu lieben. Diese Aufzählung ist es Wert, noch Geduld aufzubringen, bis auch die Linux Community mit einer freien Cloud ihren server-to-go anbieten kann, Linux Desktop’s als Cluster arbeiten oder was auch immer die Zukunft bringen mag. Ja, ich halte Linux nicht für der Weisheits letzter Schluss, aber ich halte Linux für ein notwendiges Gegenmodell zur momentanen Goldgräber-Stimmung in der IT Branche.

Ich finde es gut, wenn in den Linux Gemeinden über zukünftige Sicherheitsstrategien oder Verhaltensnormen diskutiert wird. Ich möchte nicht, dass die Technologie, die unser Leben voll-umfänglich ab Morgen steuern wird, nur von einigen Konzernen in abgeschlossenen Konferenzräumen diskutiert wurde. Ohne öffentliche Beteiligung – aber mit Beteiligung von staatlichen Stellen. Ich möchte nicht, dass uns zukünftig in einer total vernetzten Welt, die Lizenzbestimmungen der Konzerne mich daten-rechtlich-technisch-faktisch für mein ganzes restliches Leben entmündigen, ohne dass ich ihnen das Gegenmodell einer Lizenz unter die Nase halten kann. Und ja, ich glaube, dass durch die Existenz von Linux und im Ringen mit MS Windows neue Innovative Produkte entstehen können – in der Linux Welt. These – Antithese = Synthese.

Die zukünftige Welt wird eine andere sein – ich hoffe, Linux ist eine Konstante darin. In Trotz der momentanen Zahlen …

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Mathias R. Ludwig

Der Betreiber dieses Blogs. Stanislaw Lem und Linux Fan. In Zeiten der Totalen Überwachung.

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